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RPG hatte sich als wichtigste Programmiersprache für die AS/400 und Vorgängersysteme etabliert, weil man in keiner Sprache so effizient kommerzielle Anwendungen, die überdies noch höchst performant und stabil laufen, schreiben konnte. Die mit den physischen und logische Dateien sowie auch den Display und Printer Files automatisch forcierte objektgemäße Schichten-Aufteilung der Anwendung, die hervorragend mit dem objektbasierten Betriebssystem zusammenarbeitete, schufen ein damals beispielhaftes Programmiermodell.
Nur die Welt nahm kaum Notiz davon. Es wurde nicht von den Kathedern der Hochschulen gelehrt. Von dort wurden durch die Absolventen ganz andere Programmierideologien in die Welt getragen: Offene Systeme, Portabilität, Kommunikation, Grafik und Multimedia, alles Dinge, mit denen RPG nichts anfangen konnte, denn dafür war es als ehemaliger Berichtsgenerator nicht geschaffen.
Es änderte sich auch der Massengeschmack für Benutzeroberflächen, was durchaus auch rationale Ursachen hat, denn Farben und Grafik sprechen das menschliche Hirn mehr an als triste grün-schwarze Zeichenbildschirme. Dass letztere für intensive Zahlenarbeit geeigneter sind, konnte der schwindenden Akzeptanz auch nicht genug entgegen setzen.
Mit der Schwemme der Windows und Unix-gemäßen Systeme veränderten sich die Paritäten für die OS/400 zu dessen Ungunsten, was neben der mangelnden Fähigkeit, sich den veränderten Anforderungen anzupassen, den Lebensraum für das proprietäre RPG noch zusätzlich einschränkte.
Dagegen besiedelte eine kosmopolitische, sprich portable, Sprache wie Java mit besten, da theoretisch durch die Objektorientierung fundierten, Erbanlagen die Computer. Die AS/400 bzw. iSeries bietet durch ihre Objekt-Basierung einen sehr guten Lebensraum, den die IBM durch die besonders intelligente Java-Implementierung noch weiter verbesserte. Da spielen selbst die der Objektorientierung und Java anhaftenden Performance-Probleme keine so große Rolle mehr. Und Application Server, auf iSeries vorzugsweise der WebSphere Application Server, ein mächtiger Service für Java, profitiert wiederum von der guten Java Implementierung.
Eine solche Übermacht, verstärkt noch durch Synergien, beginnt jetzt dem RPG zu Leibe zu rücken, was durch dessen Vielzahl von Anwendungen und deren Robustheit noch lange wird dagegen halten können. Doch stehen die Zeichen langfristig schlecht für RPG. Die Lobby bricht langsam weg. Gerade die jungen Programmierer, die von der Ästhetik freiformatiger und objektorientierter Sprachen beseelt sind, können dem herben Charme einer Spaltensprache, die dann auch noch die besagten Defizite aufweist, nicht mehr viel abgewinnen. Sie erlernen RPG heute oft nur noch unter Zwang, wenn überhaupt.
Damit zeichnet sich die Zukunft der in RPG geschriebenen Anwendungen ab. Dort, wo der rauhe Wind der Anforderungen durch moderne GUI’s oder Netzkommunikation dem RPG ins Gesicht bläst, wird man es vielleicht oberflächlich erst einmal umhüllen, denn das Refacing mittels Tools bietet eine schnelle und manchmal ausreichende Lösung. Meist sitzen die Probleme jedoch tiefer, so dass dem RPG mit einer Anwendungsmigration ein geschützter Lebensraum in Kapseln eingerichtet wird. Für eine Interoperation mit dem umgebenden Java hat die IBM durch die Java Toolbox sehr gute Bedingungen geschaffen, so dass ohne große Probleme und mit vertretbarem Aufwand eine noch lange ausreichende Lösung erzielbar ist. Natürlich steht auch die Neuprogrammierung oder ein Wechsel zu einer anderen Software zur Debatte.
UBHartung erarbeitet zusammen mit Ihnen gern eine Strategie, wie Sie unter den Erfordernissen Ihres Unternehmens mit Ihrem RPG weiter verfahren können.
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